[von Christina Aechtner, Lisa Franke & Valerie Kurz, 10d RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]
Einleitung (als Hörspiel -->)
" FriendsFashion, FF & Co. Bei Fragen zu Marketing und Promotion wenden sie sich bitte an Jill Brown. Bitte hinterlassen sie eine kurze Nachricht nach dem Piepston. Ich werde mich bemühen sie schnellstmöglich zurückzurufen. Vielen Dank!" Bieeeeeepppp....
Die hektische aufgeregte Stimme von Jill´s bester Freundin Nora dröhnte durch die Lautsprecher der Mailbox : " Hey...du bist und bleibst die Beste. Das Kleid, das du mir von Prada zukommen hast lassen, ist der Hammer. Ich werde es heute gleich bei der Weihnachtsfeier vom Büro tragen! See ya! Und vergiss nicht, wir treffen uns um 20 Uhr am Haupteingang. Bye." Aufgeregt warf Nora das Telefon auf den Küchentisch und tänzelte ins Badezimmer ihrer Drei- Zimmerwohnung, um sich für ihren Schwarm Bryan, der ebenfalls auf die Feier kommen würde, hübsch zu machen, In Gedanken betrachtet sie ihre braunen sprunghaften Locken und entschied sich für einen streng nach hinten gebundenen Zopf. Ihre unauffälligen Lippen betupfte sie mit einem leicht roséfarbenem Lipgloss. Ein dezenter Puder mit einem Pinsel aufgetragen vollendete den Look. Fertig! In das von Jill spendierte Abendkleid schlüpfend, fiel ihr Blick auf ein Foto mit ihr. Die vor circa 15 Jahren geschossene Aufnahme zeigte die besten Freundinnen mit Schultüten bewaffnet vor der Grundschule. Seit diesem Tag an waren sie wie Schwestern. An Tagen wie heute hätten sie damals Barbie gespielt, später über Jungs gelästert und schließlich führte alles zu einem gut bezahlten gemeinsamen Arbeitsplatz in der Modebranche mit 21- Jahren. Erscheint wie ein Kindheitstraum.
Wenige Straßen weiter betrat Jill ihren überfüllten begehbaren Kleiderschrank. "Oh mein Gott! Was zieh ich nur an? Das schlichte Schwarze oder doch lieber das rote Mini, damit ich aus der Menge heraussteche. Damit kann ich Bryan bestimmt beeindrucken. Ich kann meine Gefühle für ihn nicht länger verheimlichen auch wenn Nora dasselbe für Bryan Parker empfindet. Ich kann ihn ihr einfach nicht überlassen." Ihr fiel auf, wie hinterhältig ihre Gedanken eigentlich waren, wo sie in Nora doch eine so gute Freundin sah. Bryan ist ein durchschnittlicher Typ: Bluejeans, Hemd oder Shirt und leicht gebräunt. Doch Jill und Nora sahen in ihm das gewisse Etwas.
- 20 Uhr am FriendsFashion Haupteingang -
Jill kam in ihrem roten Mini auf HighHeels angerannt. Ihre geglätteten langen blonden Haare überdeckten die Träger des Kleides. Sie hatte einen geraden schwarzen Lidstrich gezogen und ihre von Natur aus langen Wimpern mit schwarzer Tusche betont, um wie immer die Leute in den Bann zu ziehen. Sie begrüßte Nora stürmisch: "Sorry, ich hab die Zeit vergessen, ich war noch dabei meine Nägel zu lackieren." Nora entgegnete: " Kein Problem. Hab mich dran gewöhnt." Mit einem verständnisvollem Grinsen betraten sie die weihnachtlich geschmückte Eingangshalle. Wie bei jeder anderen Weihnachtsfeier auch, bestand die Hauptaufgabe darin, neue Kontakte mit anderen Modefirmen zu knüpfen, mit Sekt anzustoßen und sich am Buffet satt zu essen. Während Nora sich eine Waffel holte, entdeckte Jill Bryan, der sich auf der braunen Ledercouch niederließ und sie zu sich winkte. Mit Glitzern in den Augen begrüßte sie ihren Traummann, währenddessen sich Nora noch immer am Buffet zu schaffen machte. Jill´s Freundin ließ ihren Blick durch die Menschenmenge schweifen und blieb an Bryan und ihrer besten Freundin hängen, deren Lippen sich langsam näherten. Nora brodelte innerlich. Sie konnte es nicht glauben. Unbeholfen versuchte sie ihren Bick abzuwenden doch sie war wie erstarrt. Es schmerzte und das Bild von ihrem Traummann und Jill verschwamm langsam, da sich ihre Augen mit Tränen füllten. Schließlich drehte sie den Beiden den Rücken zu und fing an in ihrem Salat zu stochern. Sie versuchte jedem Blick auszuweichen und setzte sich auf einen roten alleinstehenden Sessel in einer Ecke und wartete auf das Ende der Feier.
Anschließend ließ Nora ihren Frust im Taxi heraus... "Es war mir so klar, das es wieder so wird!" Erschöpft starrte sie aus dem Fenster und verfolgte mit ihrem Blick den verschneiten Time Square. Darauf erwiderte Jill verwirrt: " ...das es wieder so wird? Was meinst du? Und warum regst du dich überhaupt so auf?" "Das fragst du noch? Ich hab mich immer für dich in den Hintergrund gestellt! Und du nutzt das so hinterlistig aus!" Eine dunkle Stimme mit indischem Akzent ertönte: " Mädäls, das Läbän zu schönn für Streit, Indian Spriechworth. Isch Rangit!" Mit einem liebenswerten Lächeln drehte er sich wieder nach vorne und ließ aus dem Radio indische Töne erklingen. "Madaladada..." Doch der Streit der zwei Freundinnen hörte nicht auf.
Wie soll die Geschichte weiter gehen? Entscheide Dich!