Abschlussrede 2011
Freitag, 22. Juli 2011 um 09:00 Uhr

[von Christina M. und Valentin B., 10. Jahrgangsstufe , RSU Unterpfaffenhofen, unterstützt von Mic Schneider, veröffentlicht auf textspirit.de]

Die Schülerrede der RSU Unterpfaffenhofen zur Abschlussfeier der Zeugnisübergabe am 21.07.2011 an die Absolventen.

 


 

Valentin Bauer & Christina Müller Herzlich Willkommen zur heiligen Messe  -  hier in Sankt Turnhalle.

Wir sind höchst erfreut und zutiefst berührt, dass sich so viele Schafe, Schäfchen und das "Ober-Schäfchen" zusammengefunden haben um ein letztes Mal gemeinsam zu grasen.
Heute sprechen das Wort zum Donnerstag Schwester Christina und Bruder Valentin.

Seid gegrüßt ihr Quellen der Weisheit,
seid gegrüßt ihr Spender des Lebens.
Seid gegrüßt ihr Brüder und Schwestern des 10.Ordens.

Seit Anbeginn der Zeit verlassen jährlich neue Generationen diese heiligen Hallen, um ihr empfangenes Wissen in die Welt zu tragen und zu mehren.

Denn wie Bruder Facebook einst schon sagte: "Teilt euer Wissen!"



Aus dem Buche des Propheten Breuer; Kapitel 5 Vers 3:
Gehet in die Welt und begegnet den Völkern dieser Erde in Frieden, in Weisheit und in Demut. Mögen euch ihre Sitten und Gebräuche auch fremd erscheinen, verbündet euch mit ihnen.

Und somit entsandte er im Oktober anno 2010 seine Gelehrten und deren Jünger an weit entlegene Orte der Begegnung. "Begebt euch nach Berlin, in die Stadt der 1000 und einer Sprache", wart sein Geheiß. Die erste Stätte der Begegnung, war der große Tempel der Theaterkunst. Die sommernachtsartige Darstellung, diente zur meditativen und spirituellen Tiefenentspannung. Selbst begleitende Geräusche der Jünger, wie das selige Schnarchen wurden nicht nur toleriert, sondern gar gewünscht.

Ein eigenartiges Volk aus dem niederen Land der Holländer, sorgte für proaktiven Austausch mit einigen Jüngern des 10. Ordens. Wegen mangelnder Deutschkenntnisse der Wohnwagenbarbaren, kam es zur Verständigung mit Armen und Beinen. Durch das Deuten der nonverbalen Botschaften, konnten bleibende Eindrücke der besonderen Art geschaffen werden.

Auch im Lande des Createure de Baguette, wurde im Namen der Menschlichkeit gehandelt und mit dem heiligen Fusel der Erde, genannt Wein, auf eine gemeinsame Bewusstseinsveränderung angestoßen, so lange bis man sich auf eine gemeinsame Urlautsprache geeinigt hatte. Andere Jünger hingegen, wollten es Jesus Christus gleichtun, denn dieser kam, wie es die heilige Schrift berichtet, in einem Stall zur Welt. So waren die Jünger des 10. Ordens nicht davon abzubringen, in Pferdeboxen ähnlichen Quartieren zu nächtigen. Um Buße zu tun, waren zwei der Jünger gewillt, ihre Gewänder abzulegen. Und so tanzten sie wie Gott sie schuf, euphorisch zu himmlisch, rhythmischen Klängen.

Ein weiterer Weg der Reisenden, führte in das Land der Römer. Dort wurde sich nicht nur den kulinarischen Genüssen hingegeben, denn eines der Hauptziele bestand in den Studien und Gegenüberstellungen zweier Gladiatoren: Riedlewitz versus Robben. Hier eiferten sich die Gemüter der Jünger und Gelehrten gleichermaßen. Doch über das Ergebnis des Disputs, legte sich der majestätisch, rote Mantel des Schweigens.

Um wieder in tiefe Trance zu gelangen, um sich selbst zu reflektieren, führte der Obergelehrte seine irregeleiteten Lämmer an unzählige Orte der geschichtlichen Besinnung  auf seinen blauen Pfad der Tugend zurück.

Man hätte den Jakobsweg gehen können oder den Gang nach Canossa beschreiten können, oder den Weg zum Garten der Begegnung, hinter dem Seniorenstift in Germering, drittes Feld rechts, einschlagen können.

Doch auf der englischen Insel, ist nicht nur das Lenkrad auf der falschen Seite: denn hier führte sie der Pfad der Gelehrten, auf seltsame Art und Weise zu den Wirkungsstätten eines gewissen Jack-"Ich mach euch alle platt"-the Ripper. Sehr lehrreich zeigte sich diese Erfahrung für Brüder und Schwestern, die das Handwerk des klösterlichen Metzgers erlernen wollen. Nach den aufregenden Studienreisen, kehrten alle Schäfchen, samt Schäferrinnen und Schäfer, wohlbefunden zurück in unsere heiligen Hallen zurück. Auch von weit, weit weg, folgten Menschen in wallenden Gewändern dem Rufe des Tempels der RSU. Hier wurde die Order unseres Kaisers Franz Beckenbauer, wie einst 2006 gelebt: "Die Welt zu Gast bei Freunden!"

Was vor langer Zeit für uns ahnungslos begann, mündet hier und heute in einem Neuanfang - erneut ahnungslos. Doch jetzt, da der Abschied gekommen ist, offenbart sich uns die Erkenntnis, dass nicht alle Jahre hier im Tempel für die heilige Katz waren. Denn selbst die Kammer des Schreckens ruft ungeahnte Sehnsüchte hervor. Ein Ort, dessen absolute Stille, durch die Wünsche und Rufe der Inhaftierten mit den Worten durchbrochen wurden: "Ich bin ein Schüler, holt mich hier raus!", weckt wehmütige Erinnerungen an die Parole: "Ab in den EVA-Raum!"

Doch auch hier bleibt die Zeit nicht stehen - zumindest nicht für jeden. Denn die Leitung des Klosters, wartete mit innovativen Neuerrungen auf. Das Zuspätkommen wurde nicht mehr mit öffentlichen Auspeitschungen bestraft, sondern wurde durch die Führung einer persönlichen Strichliste ersetzt. Was im Klartext hieß: Drei Striche führten zu fünf Tagen Vorsitzen. Jedem Gepeinigten wurde klar, dass er sein Handeln und Tun, nach der Zeit richten muss. Doch Eines wurde auch klar: dass die gesalbten Gelehrten, die einzigartige Fähigkeit erworben haben, ihre Zeit erst mit ihrem Erscheinen beginnen zu lassen. Somit dienten die Gelehrten als leuchtendes Beispiel, der unfehlbaren Pünktlichkeit.

Dieses Jahr war nicht nur irgendein Jahr. Nein, es war das Jahr der großen Prüfungen, zumindest für uns. Unsere Meister und Gelehrten bereiteten uns auf die letzten vier großen Hürden vor.
Besonders bei einer Hürde tat sich gar Wundersames auf: In einem Moment der absoluten Stille und Konzentration, während der Prüfung des Pytagoras, hatten alle Brüder und Schwestern gleichzeitig dieselbe Erscheinung - ein Wesen, nicht von dieser Welt: FRAU RECHTECK!

Was manche für einen Sparwitz hielten, entpuppte sich im ersten Moment als unüberwindbare Aufgabe. Denn Frau Rechteck besaß ein dreieckiges Grundstück, welches sie mit dem gleichen Volumen in ein rechteckiges umbauen lassen wollte, sie aber selbst nicht in der Lage war, um vier Ecken zu denken und deshalb vor Wut im Quadrat springen musste und sich somit der Kreis für sie nicht schloss.

Wer von euch liebe Brüder und Schwestern, Schwestern und Brüder des 10. Ordens, möchte nach so einem unheiligen Debakel oder wie Bruder Siegfried es sagen würde: "Nach so einem Krampf!", noch Grundstücksmakler werden??? Doch bevor wir dieses rechteckige Buch mit den sieben Siegeln des Vergessens wieder schließen, noch eine Frage an die hier anwesenden Gelehrten:

"Wer von den hochwohlgeborenen Gelehrtinnen und Gelehrten weiß, wo das dreieckige Grundstück von Frau Rechteck liegt, der möge jetzt sprechen oder für immer schweigen!"
Sie haben 5 Sekunden!

Biep - Biep - Biep - Biep - Biep - ÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖNK!!!!!

Wie Schwester Engels an dieser Stelle jetzt sagen würde: "Schauts, dass`ds was her bringts!"

Doch heute sei alles vergeben und vergessen, denn wir haben es geschafft! Was hier und heute endet -  möge nie vergessen werden. Was heute für uns wie ein Ende scheint, ist nur der erste Schritt in eine neue Zeit. Eines der größten Geschenke die man von Mensch zu Mensch überreichen kann, ist nicht etwa das IPhone, eine Erfahrung oder ein dreieckiges Grundstück, NEIN, es ist die Dankbarkeit und diese verschenken wir aus reinem Herzen, an: Unsere Ober-Schäfchen, unsere Gelehrtinnen und Gelehrten und nicht zu vergessen, unsere Hersteller. Ihr habt uns begleitet, bewahrt und finanziert. Ohne euch wären wir nicht da, wo wir jetzt sind - in unserem ersten Ziel.

Liebe Brüder und Schwestern des 10. Ordens,
wir haben diesen Weg beschritten.
Er war nicht immer leicht, doch oft auch witzig.
Er war nicht immer gleich und manchmal hitzig.
Manchmal allein, doch niemals einsam,
denn wir gingen stets - gemeinsam.

Und wenn wir eines Tages an diesen jetzigen Moment zurückdenken, so seid gewiss und sagt es laut:

"Ja so waren wir - und so sind wir - und so werden wir immer sein: Wir sind stark!"

Amen!