Gib die Hoffnung nie auf!
Mittwoch, 26. November 2008 um 17:40 Uhr

[von Tanja Wolf, 9 d, RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]

"Du musst dich immer gut festhalten, besonders wenn sich dein "Zuhause" bewegt oder schüttelt.", das sagte Mutter Floh immer fürsorglich zu mir und ich antwortete immer genervt:" Ja Mama ich weiß, sonst falle ich runter!", aber ich nahm es nie ernst. Manchmal kam es dazu, dass manche Flöhe verschwanden, das war so, weil sie sich nicht richtig festgehalten hatten und der Hund, der unser Zuhause war, sich geschüttelt hatte und sie dann runter gefallen waren. Diese Flöhe kamen nie wieder zurück. Dann eines Tages passierte es wieder, der Hund ging seinen täglichen Spaziergang, alles war wie immer, bis er auf einmal ruckartig stehen blieb und anfing sich zu schütteln. " Halt dich gut fest Floh Junior!", schrie mir meine Mutter ängstlich, wie jedes Mal zu. "Ja Mama Floh, ich weiß!", alberte ich rum doch genau in dem Moment geschah es! Ich wurde hoch in die Luft gerissen. Ich sah noch wie ängstlich meine Mutter und viele anderen Flöhe blickten, dann wurde alles um mich herum schwarz und ich flog immer weiter und weiter, dann knallte ich wo auf, aber es tat nicht weh und es war nicht hart, sondern im Gegenteil es war weich und flauschig, war ich etwa im Himmel? Mit diesem Gedanken schlief ich ein.
Als ich wieder aufwachte wusste ich was passiert war. Ich war, so wie viele Flöhe vor mir, von meinem Zuhause runtergefallen. So wie meine Mutter mich immer gewarnt hat. Warum hatte ich nie auf sie gehört?Ich war traurig, aber es musste irgendeine Lösung geben wie ich wieder zu meinen Freunden kam, oder zumindest zu anderen Flöhen. Ich sah viele braune, stachelige Haare vor  mir. Ich war also wieder auf einem Hund gelandet. "Hallo, ist hier jemand?", rief ich mit zitternder Stimme. Weit und breit war aber leider kein Floh zu sehen, nicht mal eine Laus. Ich sah nach oben, der Himmel, ich war also noch draußen. Irgendwo hier draußen musste doch ein Hund mit Flöhen sein. Ich war verzweifelt, was wenn ich nie wieder einen Floh sehen würde? Da kam mir ein sehr edler Hund entgegen. Auf so einem wohnen keine Flöhe, dachte ich, aber ein Versuch konnte ja nicht schaden. Also wartete ich auf den richtigen Moment und sprang rüber. Doch auch hier war kein Floh zu sehen. Auf den ersten Blick. " Was machst du hier?", hörte ich eine dunkle, furchteinflößende Stimme. Dann sah ich ihn, den größten Floh, den ich je gesehen hatte.  

"Ich ...ich...", stotterte ich rum, ich hatte vor diesem Floh so eine Angst, wie noch nie. Und dieser bemerkte das auch,"Was hast du? Du brauchst keine Angst vor mir haben. Ich bin Floh August, ich wohne auf diesem Hund." sagte er zu mir. Und tatsächlich meine Angst verflog und ich erzählte ihm was mir passiert war:" Ich bin Floh Junior. Ich bin von meinem Zuhause runtergefallen. Jetzt suche ich meine Freunde wieder!", er nickte und meinte:" So was passiert oft, aber das du überlebt hast ist ein Wunder. Nicht jeder überlebt, wenn ihm so was passiert. Aber ich werde dir natürlich helfen deine Freunde wieder zu finden, denn ich suche ebenfalls jemanden!", dies sagte er ganz traurig zu mir. So sprangen wir auf den nächsten Hund, der uns entgegen kam. "Eindringlinge!", schrillte es zu uns, als wir auf den Hund kamen. August stellte sich schützend vor mich, ich sah auf seinen großen brauen Körper. Dann hörte ich viele Schritte aufstampfen. Wie viele Flöhe das wohl waren, fragte ich mich. Meine Neugier bekämpfte meine Angst und ich lugte vorsichtig hinter August vor. " Das sind ja tausende!", flüsterte ich ihm zu. " Du brauchst keine Angst haben. Ich regle das.", versuchte er mich zu beruhigen. Die vielen Flöhe kamen immer näher. "Halt", schrie eine Stimme von weit hinten. Die Flöhe blieben stehen und bildeten eine Gasse. Wer würde durch diesen Gang kommen? Und wer hatte Halt geschrien?Fragte ich mich. Da kam uns ein ebenfalls großer, mächtiger Floh entgegen. Er sprang so elegant, das es aussah als könne er fliegen. Vor uns blieb er stehen und schaute August neugierig an. "Klaus?", fragte August auf einmal. Kannte er diesen Floh? Ich war mir nicht sicher, doch der andere Floh fragte ihn nun auch etwas:" Bist du August?"."Ja ich bin August. Wir haben uns ja schon ewig nicht mehr gesehen, ich dachte du wärst tot, als du non unserem Zuhause runtergefallen bist. Aber die Hoffung hab ich nie aufgegeben. Eine Stimme in mir hat mir immer gesagt, dass du noch lebst und dann Floh Junior zu mir kam. Wusste ich, dass ich dich vielleicht wieder sehen würde!", erzählte er Klaus und man konnte ein Glitzern in seinen kleinen, schwarzen Augen sehen. Ich erfuhr noch, das die Beiden früher beste Freunde waren, bis auch Klaus runtergefallen ist, sie wie ich. Doch die zwei haben haben sich wieder gefunden. Werde ich auch jemals wieder meine Freunde sehen? Plötzlich wurde ich wieder traurig. Alle Flöhe hatten sich wieder beruhigt und Klaus und August redeten über alles , was geschehen war. Ich entfernte mich von den beiden und suchte ein ruhiges Plätzchen, an  dem ich mich ausruhen und über alles nachdenken konnte. Ich legte mich zwischen die vielen Haare hin. Schloss meine Augen und sehnte mich zurück zu all meinen Freunden. Es war wie ein schöner Traum, so wie es bis vor kurzem auch war. Ich hörte sogar wie jemand manchmal meinen Namen rief. " Junior, Floh Junior!", es war eine helle Stimme, das musste Florentina sein. Das hübscheste Flohweibchen auf meinen alten Zuhause. Sie war immer nett und freundlich doch warum hörte ich nur ihre Stimme? Warum hörte ich nicht die von meiner Mutter? Da rüttelte mich jemand ich öffnete meine Augen und sah in das braune Gesicht von ihr. "Was machst du denn hier?", fragte ich sie völlig verwirrt. " Na ich bin genauso runtergefallen, so wie du, nur ein bisschen später und ich bin hier gelandet. Ich war zuerst völlig frustriert. Es war als wäre alles verloren. Doch das du jetzt auch hier bist, ist ja klasse!", sagte sie mir. Und sie hatte Recht, mit ihr würde dieser Neuanfang bestimmt nicht so schlimm werden. Und wer weiß, vielleicht werde ich meine anderen Freunde auch jemals wieder sehen. So wie August Klaus wieder gefunden hat.