Quietschende Stimmen und pickende Schnäbel
Freitag, 28. November 2008 um 20:55 Uhr

[Antonia Mamic, 7 d, RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]

Es war mal wieder so ein „schöner“ Tag, an dem einer der riesigen – (ich hatte mich schon daran gewöhnt, dass sie so groß sind, aber nach meiner Geburt war ich schon ein wenig erschrocken!) – Menschen mich entdeckte und natürlich sofort anfing zu schreien. Manchmal fragte ich mich, wer hier eigentlich der Hässlichere ist. Ich mit meinen langen, coolen, dünnen acht Armen bzw. Beinen oder dieses Mädchen mit nur zwei Armen und zwei Beinen. Außerdem bin ich am ganzen Körper behaart und sie hat nur helle (ich glaube so nennen sie es) Haare am Kopf!
„Oh nein!“, schrie ich, „Nicht schon wieder die Zeitung!“ Schon schlug das Tagesblatt … an die Wand, denn ich konnte blitzschnell hinter dem Schrank verschwinden. „Wo ist sie? Wo ist sie bloß?“, kreischte dieser blonde Teenager, dass mir fast die Ohren abfielen so lauf war es. „So lange dieses haarige, achtbeinige Scheusal in meinem Zimmer ist, setzte ich keinen Fuß mehr hier hinein!“
Ich tat ihr doch überhaupt nichts und sie hatte trotzdem Angst vor mir. „Mache ich vielleicht irgendetwas falsch? Na ja, hoffentlich macht sie ihre Versprechung wahr und kommt wirklich nicht mehr wieder, dann bin ich wenigstens in Sicherheit!“, hoffte ich verzweifelt.
„Jawohl“, rief ich überglücklich, „endlich mal wieder etwas zu essen!“ Denn gerade ist mir eine schön große Fliege ins Netz gegangen. Mein Magen knurrte und mir lief das Wasser im Mund zusammen, denn ich hatte seit Tagen nichts Gescheites mehr gegessen. Also rannte ich blitzschnell hin, wickelte sie mit meinem Spinnfaden ein, löste sie mit meinem Speichel auf und „trank“ sie. Gerade erholt von dem köstlichen Schmaus ertönte wieder diese quietschende, schrille Stimme. Ich zuckte zusammen, überlegte einen Moment und dann ergriff ich zum ersten Mal in meinem Leben – denn ich bin immer nur hinter den Schrank und wieder vor gekrochen – die Flucht aus dem Fenster nach draußen, ins unbekannte Freie. Doch da lauert schon die nächste Gefahr: Ein kleiner Vogel. Er flog im Sturzflug auf mich zu und versuchte mich mit dem Schnabel aufzupicken. Das gelang ihm (dank meinem geschickten Ausweichmanöver) nicht. Ich kletterte um das Haus herum und entdeckte einen wunderschönen Garten und beschloss auf Baum und Wiese zu leben bis der Rasenmäher kommt!!!

So ist das Leben einer kleinen, zierlichen, ungefährlichen Spinne. Immer neue Abenteuer, Gefahren oder einfach mal eine andere Art Essen.