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[Corinna S. 8. Klasse , RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]
Ein lautes Rumpeln weckte mich aus meinem wunderbaren Schlaf. Irgendetwas war auf dem Dach. Wieder ein Geräusch, ein unterdrückter Schrei und dann zwei rote Füße vor meinem Fenster. Verrwirrt hob ich eine Augenbraue während die roten Subjekte langsam und strapelnd wieder aus meinem Blickfeld verschwanden. Ein paar Minuten war es still, dann hörte ich gedämpfte Schritte über meinem Kopf auf dem Dach, an der Fensterscheibe rieselte Schnee vorbei. Die Schritte bewegten sich in Richtung Schornstein, als sie stehen blieben und dann ein gedämpftes Stöhnen erklang.
Dann war es still, fast 10 Minuten lang. Plötzlich ein Aufschrei, ein Rumpeln im Kaminschacht, welcher an meinem Zimmer vorbei ging, und schließlich ein Fluchen. Die Geräusche hörten auf Höhe meines Fußbodens auf. Ein wenig ängstlich stand ich auf und ging hinunter ins Wohnzimmer, wo unser Kamin war. Ich versteckte mich hinter dem Türrahmen und lugte vorsichtig ins Zimmer. Was ich zu sehen bekam, waren zwei mir schon bekannte rote Füße, welche ein gutes Stück über dem Boden der Feuerstelle aus dem Kamin hingen. Während ich ein Kichern unterdrückte, erklang hinter mir ein Rascheln und dann ein synchrones aber leises "Was ist das denn für ein Honk?" Ohne mich umdrehen zu müssen wusste ich, dass meine großen Zwillingsbrüder hinter mir standen. Gerade als ich ihnen mitteilen wollte, dass sie leise sein sollten, kam wieder Leben in die roten Treter.
Sie zappelten, Ruß rieselte langsam, wie schwarzer Schnee, runter auf den Boden. Langsam rutschten die roten Schuhe herunter, und nach kurzer Zeit war auch d er Saum eines Mantels zu sehen, der auch mit dem schwarzen Staub bedeckt war. Dann hörte ich ein leises ‚Plop', und ein Mann saß auf seinem Hosenboden im Kamin. Er schüttelte den Kopf, stand vorsichtig auf, schwankte kurz und drehte sich dann um und hob einige Geschenke vom Kaminboden auf, die hinter ihm aus dem Kamin gepurzelt waren. Die Pakete waren anscheinend ziemlich schwer, denn er ging ein paar Schritte rückwärts und fiel über die Modelleisenbahn auf dem Fußboden. Mit den Geschenken auf dem Arm versuchte er, sein Gleichgewicht wieder zu finden und hüpfte auf einem Bein durch den Raum. Seine Hüpfer führten ihn zum Weihnachtsbaum, welchen er einmal umrundete, bis er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte.
Erleichtert atmete er auf, ging ein paar Schritte auf den Baum zu, stolperte noch einmal über die Eisenbahn und fiel auf den Weihnachtsbaum, der mit ihm laut klirrend zu Boden stürzte. Meine Brüder konnten ihr Lachen nicht mehr zurück halten. Um besser sehen zu können, schalteten sie das Licht ein und riefen synchron: "Dad, du bist oberpeinlich"
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