Vom Schrank zum Weihnachtsbaum
Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 00:00 Uhr

[Teresa A. 8. Klasse und Isabell A. 8.Klasse , RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]

Es ist der 20. Dezember, draußen ist es eiskalt und der Schnee bedeckt Häuser und Dächer. Doch in den Häusern ist es angenehm warm und es liegt ein Duft von Plätzchen und Lebkuchen in der Luft. Ich bin ein gewöhnlicher Wohnzimmerschrank mit braunen Türen und heiße Eckbert. So jetzt möchte ich euch etwas über letztes Weihnachten erzählen, denn da war ich der Weihnachtsbaum und wie ihr wisst bin ich ein Schrank! Also das war so: Ich stehe im Haus der Familie Ötzi, das in der Gletscherstraße 8d liegt. Hier in Schralaffendorf muss jede Familie die einen Weihnachtsbaum haben möchte, diesen erstmal bestellen und danach am Rathaus abholen, da es in der Nähe keine gibt.

Unser Haus ist rund und hat drei Stockwerke. Es hat keine Ecken, weil Fr. Ötzi Angst hat, dass der Hund in die Ecke macht. Frau Ötzi ist blond, Solarium gebräunte Haut und aufgeklebte Fingernägel. Ihr Ehemann hat kurzes schwarzes Haar und immer Jogginghosen mit einem schlabrigen T-Shirt an. Eins müsst ihr wissen ich hasse Weihnachtsbäume!!! Die sind immer so schön geschmückt und versperren mir die Sicht auf das Festessen, denn sie stehen immer direkt vor meiner Nase. Noch dazu sind sie hässlich und piecksig. Die Weihnachtskugeln würden viel schöner an mir statt an dem dummen Baum aussehen. Okay, ich gebe es ja zu, ich bin schon ein bisschen eifersüchtig!!!

Letztes Jahr um diese Zeit schmückte Frau Ötzi den Nadelbaum. Das verletzte mich innerlich so sehr, dass ich immer wütender und wütender wurde. Ich blähte mich so auf, bis der Riegel meiner Schranktür aufsprang, Frau Ötzi mit voller Wucht in den Baum schubste, ein lautes Schreien zu hören war und der halbgeschmückte Baum in zwei Teilen mit der Blondine auf dem Boden lag. Frau Ötzi: " Ahh… mein Nagel, er ist abgebrochen! Also ich muss jetzt sofort zur Maniküre! Mausebär kümmere du dich um den Baum!!!"

"Ehh… warte du kannst mich doch hier nicht alleine lassen! Der Hund muss auch noch raus", sagte Herr Ötzi entsetzt. Tja, keine Chance, die ist schon längst weg, dachte ich mir und der Baum ist auch kaputt, Ziel erreicht! Herr Ötzi brauchte ziemlich lange die Hälften des Baumes in den Garten zu tragen und war dabei mehr als nur angestrengt. Er machte sich träge auf den Weg zur Kaffeemaschine und dann weiter zu seinem Laptop.

Nach vier Stunden kam Frau Ötzi wieder nach Hause: " Hallo, ich bin wieder da, schatz! Bist du schon fertig? Ich war noch schnell Shoppen!", sagte sie wieder gut gelaunt. Trozalledem machte sich das Ehepaar sorgen um einen neuen Baum, denn so kurz vor heilig Abend werden sie wohl kaum einen neuen Baum auftreiben können.

Die Frau betrachtete ein Bild ihrer Nichte, die jedes Jahr zu Besuch zum Weihnachtsfest kommt. Die kleine kenne ich noch ganz genau, sie heißt Lilly und hat immer schräge Ideen. Letztes Jahr wollte sie den Baum verkehrt herum  an die Decke hängen. Also machte sich das Ehepaar auf irgendetwas Komisches als Christbaum zu entdecken. Sie dachten lange nach und als Frau Ötzi den Weihnachtsschmuck, der in mir aufbewahrt wird, holen wollte, um zu entscheiden welche der Kugeln sie verwendet, kam sie darauf mich als Baum zu schmücken. Am nächsten Tag also, war ich bunt geschmückt und die Kugeln, Sterne, Weihnachtsmänner hingen mit Nägeln an meinen Türen und zuletzt wurde ein großer, gelber Stern am Griff befestigt.

"Und jetzt noch ein Foto, das stellen wir dann auf Best-Picture ins Internet", sagte Frau Ötzi. Das ist eine Seite im Internet wo die Menschen im Dorf ihre schönsten und lustigsten Bilder veröffentlichen. In wenigen Sekunden hatte das Bild schon 40 Kommentare und vor fast jeder Haustüre des Dorfes stand nun ein kahler Weihnachtsbaum. Komischer Weise waren die Leute begeistert und fanden das eine supertolle Idee, einen Schrank als Weihnachtsbaum zu verwenden. Am nächsten Tag wurden die Bäume von Stadtarbeitern eingesammelt und an einem Platz gesammelt. Als die vier Tage vorbei waren und es heilig Abend war sprang die Nichte Lilly ganz aufgeregt, auf ihre Geschenke, zur Tür herein. Sie war überglücklich als sie mich geschmückt mit bunten Kugeln sah und öffnete meine Schranktüren, wo sie viele Geschenke fand. Währenddessen auf dem Platz der Weihnachtsbäume:

Baum1: "He du!"

Baum2: "Ja was?"

Baum1: "Wir haben jetzt schon so lange an unserem Racheplan gearbeitet!"

Baum2: "Ja die dummen Schränke haben uns alles weggenommen und jetzt können die was erleben!"