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[Jessica S. 10. Klasse und Nikol J. 9.Klasse , RSU Unterpfaffenhofen, veröffentlicht auf textspirit.de]
Es war einmal... ...ein "etwas dickerer" Spatz namens Vladimir, der sich zur Weihnachtszeit nach Familie und Liebe sehnte. Obwohl es bereits Winter sein sollte, hatte es frühlingshafte Temperaturen und nicht einmal einen Hauch von Schnee. Wie gewöhnlich hockte Vladimir auf seinem Ast und überlegt, wie er die Feiertage verbringen sollte. Er beschloss, ein wenig durch die Gegend zu fliegen und machte wenig später Halt an einem Fensterbrett. Völlig kaputt vom Fliegen öffnete er seine müden Augen und sah in der hintersten Zimmerecke einen Käfig stehen. Darin saß mit großen Augen umherblickend das wunderschöne Vogelweibchen Uschi.
In diesem Moment wandelte sich Vladimirs öde Welt, und alles, was er sah, war auf einmal wunderschön. Doch das Schönste war das ihm unbekannte Vogelweibchen und so drückte er sich seinen Schnabel an der Scheibe platt. "Um jeden Preis muss ich in ihre Nähe", dachte er. Er plusterte sich auf, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Da er jedoch ohnehin schon so dick war, fiel er rücklinks von Fensterbrett, zugleich bemerkte Uschi ihn und konnte sich rot Lachen kaum noch auf den Beinchen halten. Als Vladimir das Vogelweibchen sich vor Lachen krümmend im Käfig liegen sah, sch#mte er sich und was enttäuscht von sich selbst. "Ich sollte erst einmal weiterfliegen und nachher nochmal nach ihr sehen, vielleicht hat sie sich bis dahin ja wieder eingekriegt." Und so flog er weiter, während Uschi vor Lachen kaum noch Luft bekam und schon rot anlief.
Wie das eben so ist, sind in einigen Kulturen die Familien sehr groß, da sitzt dann wirklich die ganze Familie bis hin zur Großcousine 5. Grades beisammen, so auch bei der türkischen Familie, bei der unser kleiner Moppelspatz als nächstes rastete. Zu seiner großen Überraschung klingelte der Papst höchst persönlich bei der Familie. "Ich dachte der hält heute ne Messe aufm Petersplatz??", zwitscherte Valdimir, kümmerte sich jedoch nicht weiter darum. "Der wird schon wissen, was er tut, immerhin ist er alt genug!" Der Papst setzte sich aufs Sofa, um nicht weiter aufzufallen, was ihm in seiner schneeweißen Amtsrobe nicht so ganz gelang, denn schon stand die Gastgeberin mit einem Glas Vodka vor ihm. Aus Höflichkeit nahm er das Getränk an und leerte es in einem Zug. Einige der jüngeren Familienmitglieder rauchten Wasserpfeife, die ihm ebenfalls angeboten wurde. Nach einigen weiteren alkoholischen Getränken, die er höflichst annahm, torkelte er auf die Tanzfläche und stimmte in den Bauchtanz mit ein. Mit großer Verwirrung über die übermäßige Trunkenheit des Papstes, machte sich Vladimir wieder auf den Weg, um sich noch weitere Einblicke in das bisher verrückte Weihnachtsfest zu erhaschen.
So landete er bei einer englischen Familie. Nur bedauerlicherweise bekam er nicht das festlich geschmückte Wohnzimmer zu sehen, sondern das Badezimmer, in dem der englische Vater gerade duschte und Radio hörte. Folgende erschreckende Nachricht quäkte aus dem Gerät:
"Die diesjährige Weihnachtsmesse auf dem Petersplatz wird wahrscheinlich nicht stattfinden, da der Papst zum jetzigen Zeitpunkt vermisst wird. Wir bitten den Vorfall zu entschuldigen und wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest." Der äußerst religiöse Engländer erschrak bei dieser Nachricht so sehr, dass er das Gleichgewicht verlor und in der Badewanne ausrutschte. Er rannte nur in Unterwäsche bekleidet aus dem Haus und 5 mal drumherum, als die Nachbarin ihn in diesem Aufzug in der Eiseskälte sah. Sie rief die Polizei an, doch aufgrund dessen, das der Papst vermisst wurde, waren alle Einsatzkräfte in Bereitschaft und niemand konnte den verrückt gewordenen Christen stoppen.
Da Vladimir der Einzige war, der wusste, wo sich der Papst befand, flog er schleunigst zurück zur türkischen Familie, um sich zu vergewissern, dass das vermisste Kirchenoberhaupt sich noch dort befand. Am ihm bekannten Fenster angekommen, sah der hilfsbereite Spatz hinein und war sehr überrascht, als der Papst, inzwischen völlig betrunken und mit roten Augen einen flotten Brakedance aufs Parkett legte und die Gastgeber begeistert klatschten.
"Also irgendwie muss ich den Kerl jetzt zum Petersplatz schaffen, sonst tickt der halbnackte Teetrinker noch völlig aus! Und ich glaube, ich habe genau den richtigen Mann für diesen Job, meinen alten Saufkumpel Santa Claus."
Schon hatte Vladimir sein Old-School-Nokiahandy gezückt und rief am Nordpol bei Santa an:
"Hey Alter, na, alles locker soweit?"
"Joah, alles klar."
"Sagamal, könntest du mir nen Gefallen tun?"
"Joah, welchen denn?"
"Also, der Papst hockt hier volltrunken bei ner türkischen Familie rum und deswegen fällt die Messe aufm Petersplatz aus, und son Engländer läuft deswegen fast Amok. Könntst du mal schnell mit deinem Schlitten vorbeikommen und den Papst in den Vatikan bringen?"
"Joah logisch Kumpel, ich komm vorbei. Bis gleich."
15 Minuten später erblickte Vladimir am Horizont den Schlitten vom Weihnachtsmann, der schnell näher kam und vor vor einem Baum stehen blieb. Der Weihnachtsmann stieg aus und wankte zu Vladimir.
"Hey Santa, was ist denn mit dir, du bist voll blass!"
"Nix nix, ich hab nur n bisschen Flugangst, keine große Sache. Also, wo ist den jetzt der Papst?"
"Der hockt da drinnen", sagte Vladimir und deutete auf das Fenster hinter sich. "Super, wie kriegen wir den da jetzt raus?!"
"Ganz einfach, wir klopfen ans Fenster und fertig. EY, ich bin der Weihnachtsmann, wenn sie nicht brav sind und den Papst rausrücken gibt's dieses Jahr keine Geschenke!"
So klopften sie ans Fenster und warteten, bis ihnen geöffnet wurde. Die Türken staunten nicht schlecht, den Weihnachtsmann direkt vor sich stehen zu haben. Natürlich wurde auch ihn Alkohol angeboten, doch den lehnte er ab.
"Nee, nee, mir ist eh schon schlecht! Wir wollten eigentlich nur den Papst abholen."
"Wie, Papst?? Oh oh, verdammt, deswegen kam er uns so bekannt vor!"
"Egal, jedenfalls muss er ganz schnell zurück in den Vatikan. Helft mir mal, in ausm Fenster zu hieven, durchs Treppenhaus dauerts zu lange!"
Und so versuchten sie, den fülligen Papst durch Fenster in den Schlitten zu quetschen. Als er endlich schnarchend im Schlitten lag, wendete sich der Weihnachtsmann Vladimir zu: "Mann, du hast Weihnachten gerettet, Alter! Du hast nochn Wunsch gut bei mir. gibt's was, das du haben willst?" "Vladimir überlegte nicht lange. "Jaa, also da gäbs ja schon was. In dem Haus da hinten wohnt die Uschi , n Vogelweibchen, und ich würd sie gern für mich gewinnen."
"Is doch kein Ding, Mann. Du und die Kleine, ihr kommt einfach mit." Und kaum hatte der Weihnachtsmann mit den Fingern geschnippt, saß Uschi neben Vladimir im Schlitten. Da sie sonst nur drinnen saß und die Kälte nicht gewohnt war, kuschelte sie sich ganz eng an Vladimir. Somit war sein diesjähriges Weihnachtsfest perfekt. Die Papstmesse war gerettet, der ausgeflippte Engländer war wieder normal und er hatte seine große Liebe gefunden und erobert. |